Statistik Leistungssingen 2016

Statistik Leistungssingen 2016


Es ist eine traurige Bilanz, die der Chorverband NRW für das Jahr 2016 ziehen muss: Ein historischer Tiefstand der tradierten Leistungssingen, wie die Statistik zeigt. Insgesamt haben nur 52 Chöre an Leistungssingen der Stufen A bis C teilgenommen. Im Jahr 2002 waren es noch 203! Zwei Formate der Leistungssingen wurden in 2016 gänzlich eingestellt, das Volksliederpokalsingen, das eigentlich für ältere Chöre gedacht war und das Zuccalmaglio Volkslieder Festival, wobei der Begriff „Festival“ in dieser Form schon seit langer Zeit zur allgemeinen Erheiterung beitrug.

Wie bin ich damals von den unterschiedlichsten Funktionären und hauptamtlichen Mitarbeitern des Chorverbandes angegriffen worden, als ich auf diese Entwicklung im November 2012 hingewiesen habe. Belächelnde Häme und große Besserwisserei schlugen mir entgegen, anstatt auf die sich abzeichnende Entwicklung mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren.

Nun scheint es aber zu spät zu sein und die Zeit wird kommen, wo nur noch eine absolute Minderheit überhaupt an diesen Aktivitäten teilnehmen wird. Diese Entwicklung macht mich als ehemaliges Mitglied des Musikausschusses sehr, sehr traurig!

Doch wo liegen meiner Meinung nach die Gründe?

Zunächst sei festgestellt, dass mein damaliger Artikel hierzu heute nichts an Bedeutung verloren hat. Im Gegenteil: Er ist aktueller denn je! In Kommentaren und sozialen Netzwerken wurde seinerzeit eifrig über dieses Thema diskutiert, wobei unliebsame Kommentare schon damals durch den jeweiligen Administrator gelöscht wurden. Trotz allem gab es dort von vielen Chorleitern/innen, Sängerinnen und Sängern tolle Ideen und Anregungen die es verdient gehabt hätten überlegt und umgesetzt zu werden. Auch das wurde von den Verantwortlichen gänzlich ignoriert und belächelt.

Zu keiner Zeit wurden Leistungssingen über die öffentlichen, örtlichen Medien kommuniziert. Bezug genommen wurde immer nur auf die Kommunikation via „Chorverbands-Website“ und der verbandsinternen Zeitschrift „Chorlive“. Zu keiner Zeit wurden örtliche Medien der jeweiligen Veranstaltungsorte im Vorfeld der stattfindenden Leistungssingen seitens des Chorverbandes informiert oder gar zu einer Pressekonferenz eingeladen, obwohl hierfür hauptamtliche Mitarbeiter gerade für diese Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt wurden und werden. Dies hatte und hat zur Folge, dass verschwindend wenig Besucher kamen, die nichts mit den teilnehmenden Chören zu tun hatten. Anwesend waren und sind nur die teilnehmenden Sängerinnen und Sänger der einzelnen Chöre und deren Angehörige. Es sind und bleiben Veranstaltungen der Teilnehmer. Öffentlichkeitswirkung bleibt wie immer gleich „0“!

Ein großes Problem stellt seit Jahren die interne Kommunikation der 59 Mitglieder , die dem Chorverband NRW angehören, dar. Informationen kommen teilweise gar nicht mehr dort an. Noch deutlich schwieriger geht es dann von den einzelnen Sängerkreisen zu deren Mitglieder, den einzelnen Chören. Das, was der Sängerkreis nicht wissen kann, können die Chöre auch nicht erfahren.

Es fehlt meiner Meinung nach der Blick von außen nach innen. Leider wurde und wird immer wieder in den unterschiedlichsten Bereichen versucht, von innen nach außen etwas illusionär suggerieren zu wollen mit einer wirklich mehr als unzureichenden Öffentlichkeitsarbeit. Ganz wenige Menschen in unserem Bundesland kennen überhaupt den Chorverband NRW, mit begrenzter Ausnahme der Insider. Selbst in den Chören an der Basis fehlt diese Orientierung. Aus eigener Erfahrung kann ich nur feststellen, wenn alles das, was intern einmal beispielsweise im seinerzeitigen Musikausschuss in den 15 Jahren meiner Mitgliedschaft beschlossen wurde noch umgesetzt werden müsste, würden viele, viele Jahre ins Land gehen. Es fallen viele große Worte und Bekundungen, die sich immer und immer wieder später als zerplatzte Seifenblasen herausstellen.

Zurück zu den Leistungssingen: Bedenkt man, welch großer finanzieller Aufwand (Hallenmiete, Honorare und Reiskosten für jeweils 3 bzw. 5 Juroren, Druck von Programmheften etc. etc.) für solche Veranstaltungen in 2016 für 52 teilnehmende Chöre betrieben wurde, so ist das mehr als unangemessen.

Es ist mehr als traurig zu sehen, wie der, in der breiten Öffentlichkeit unbekannte, Chorverband NRW von Jahr zu Jahr immer mehr zu verfallen scheint. Die oben stehende Statistik scheint hierfür symptomatisch zu stehen. Leider folgen großen Worten nur kleinste Taten, wenn überhaupt! Schade, wirklich schade!