Hermannjosef ROOSEN, ICV/VDB/ICA/CED

Dirigent - Dozent - Komponist - Chorleiter

Virtuelle Chöre – neue Möglichkeit?

Komponist Eric Whitacre und Produzent Scott Haines begeistern derzeit mit dem Chorgesang „Lux Aurumque“. Das Stück ist nur über das Internet entstanden, mit 185 Stimmen aus zwölf verschiedenen Nationen. Das nächste Ziel: mehr als tausend Sänger.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_bLmSqc5zVQ&feature=relmfu[/youtube]

Die technische Ausrüstung des weltweiten Musikexperimentes besteht aus einem Blog, einer Seite bei Facebook und einer bei YouTube. Alle Akteure haben ihren Gesangspart per Webcam eingeschickt. Schritt zwei: Eine zeitgleiche Aufnahme unter Anleitung des Monitor-Magiers. Der war nach eigenen Worten von dem Ergebnis total überwältigt und zu Tränen gerührt. Auch seine Fans sind begeistert. Einige denken schon weiter, wünschen sich als nächstes tausend schöne Stimmen, die „allein gemeinsam“ singen.

Eric Whitacres erster Versuch mit einem virtuellen Chor, „Sleep“, war am 11. Juli 2009 veröffentlicht worden. Sein neues Werk „Lux Aurumque“ (Licht und Gold) kam am 21. März 2010 heraus und hat schon jetzt mehr als doppelt so viele Zugriffe auf Youtube. Es ist deutlich aufwendiger und mit weit über 100 Sängern produziert. Das Resultat kann sich hören lassen, obwohl die einzelnen Sänger ihre Beiträge jeweils zu Hause vor dem eigenen PC aufnahmen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=D7o7BrlbaDs&feature=player_embedded[/youtube]

Whitacre ist nicht der Einzige, der Sänger oder Musiker über das Internet vereint, mit Lux Aurumque steht er derzeit jedoch im virtuellen Rampenlicht. In seinem Blog erklärt der Komponist, dass er durch ein an ihn gerichtetes Video einer jungen britischen Musikerin erst auf die Idee des virtuellen Chors kam. Inspiriert durch die Idee, viele aufgezeichnete Stimmen zu einem Ganzen zu mischen, entstand Sleep.

Für Lux Aurumque nahm Whitacre sich selbst in der Rolle des Dirigenten auf, spielte dann separat zu diesem Video das Klavier ein, stellte das Musikstück über iTunes zum Download bereit und stellte den teilnehmenden Sängern die nötigen Notenblätter zur Verfügung. Diese schickten dann Stück für Stück ihre Gesangsbeiträge, wobei Lux Aurumque den Sängern laut Whitacre deutlich mehr abverlangte als Sleep. Videoproduzent Scott Haines verband die resultierenden 243 Tonspuren dann optisch ansprechend zu einem virtuellen Chor.

„Als ich das fertige Video das erste Mal sah, hatte ich wirklich Tränen in den Augen. Die Vertrautheit aller Gesichter, der Klang des Gesangs, die offensichtlich poetische Symbolik unseres gemeinsamen Menschseins und unser Verlangen nach Gemeinschaft; all das hat mich komplett überwältigt“, so Whitacre. Von Angesicht zu Angesicht getroffen hat er kaum einen seiner Mitstreiter – Haines nur ein einziges Mal und auch 99 Prozent der Sänger kennt er nur über das Internet.

Nun hofft der Komponist, dass das nur der Anfang ist: „Mein ultimatives Ziel ist es, ein eigenes Stück für den Virtual Choir zu schreiben und seine Weltpremiere im Cyberspace zu feiern, mit hunderten (vielleicht tausenden) von Menschen, die alleine singen, gemeinsam.“

Licht und Gold

Vielleicht greifen ja unsere Chorverbände solche Projektmöglichkeiten einmal auf?!?!?!? Es würde mit Sicherheit spannend und öffentlichkeitswirksam! Für meinen Teil werde ich es nach meinen Möglichkeiten versuchen 😉 ! Zu einem internationalen Chorfestival werden dann alle „virtuellen Sänger aus aller Welt“ eingeladen, eine solche Komposition „live“ zu singen, obwohl sie sich noch nie gesehen haben. Im Klartext heißt das: „Musik verbindet Nationen und Kulturen, dank der virtuellen Welt!“ So wird der Inhalt dieses Werkes, „Licht und Gold“ deutlich oder aber „Menschlichkeit ist Licht und Gold“!

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1 Kommentar

  1. Heike 18. März 2012

    Ich bin dabei!!!

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