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Montag, 3. Mai 2010 

Das ist eine Frage, die man sich bei nachstehendem Sachverhalt wirklich stellen muss.

Ein gemischter Chor hatte zum Jahresanfang 2008 27 aktive Mitglieder im Durchschnittsalter von 65 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt machten sich die verbliebenen Sängerinnen und Sänger ernsthafte Gedanken darüber, den Chor aufzulösen. Es wolle ja niemand mit ihnen in der Gemeinschaft singen. Resignation machte sich breit.

Durch einschneidende Änderungen der zu singenden Literatur verbunden mit » weiter lesen

Freitag, 17. Oktober 2008 

Kürzlich bekam ich das Konzertprogramm eines Chores wo überschriftlich zu lesen stand:

“IN SZENE GESETZT”
Die besten Firmmusiken aller Zeiten
Bearbeitet von (der Name des Chorleiters wird hier genannt)

Dann folgten 18 aktuelle Titel, deren Rechte (70 Jahre nach Ableben des Urhebers bzw. Komponisten) aktueller denn je bestehen. Nicht genug damit, dass diese Titel bearbeitet wurden, nein, es wird auch noch der Komponist mit angegeben. Der Verlag fehlte allerdings.

Offensichtlich wissen hier Chorvorstand vor allem aber der Chorleiter = Bearbeiter nicht, dass dieses Procedere nicht zulässig ist und mit ziemlich hohen Strafen geahndet wird.

Als Bearbeiter muss ich zunächst, bevor ich einen Titel bearbeite, die Genehmigung des Komponisten bzw. des Verlages einholen, um einen Titel bearbeiten zu dürfen. In aller Regel wird dann ein Betrag vereinbahrt, mit dessen Zahlung eine Genehmigung zur Bearbeitung für den eigenen Chor verbunden ist. Erst danach darf ich einen Titel (nur für meinen Chor) bearbeiten. Dies würde, in unserem Falle, alle 18 Titel betreffen.

Die Gema, die Subunternehmer beschäftigt, um Konzerte zu besuchen, erhält ein Konzertprogramm zu Abrechnung der Gebühren. Jeder Komponist oder autorisierter Bearbeiter bekommt danach seine ihm zustehenden Tantiemen.

Ich wäre mit dieser Art der Konzertpräsentation mehr als vorsichtig, weil es ziemlich teuer werden kann (wir reden hier von mehrstelligen Summen). Diese Bußgelder werden nicht durch die Gema verhängt, sondern durch den jeweiligen Urheber gerichtlich geltend gemacht. So haben beispielsweise Elton John, Henry Mancini, James Horner oder Vangelis ein eigenes Management mit einer eigenen Rechtsabteilung.

Montag, 18. August 2008 

Man kann den Verantwortlichen des ZDF gar nicht genug danken, dass sie eine solche Sendung einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Die am Mittwoch dem 13.08.2008 ausgestrahlte zweite Auflage des “GRAND PRIX DER CHÖRE” war eine deutliche Steigerung zur der des Vorjahres.
Chormusik hat wieder Konjunktur! Junge Menschen bringen sich mit Leib und Seele ein.

Dem HEART CHOIR aus Wetter, der diesen Grand Prix mit einer Traumquote von 40,7 % gewonnen hat, möchte ich herzlichst zu dieser tollen Leistung gratulieren und wünsche den Mitgliedern für die Zukunft von Herzen viele, viele Erfolge. Nur so kann bei einem breiten Publikum Chormusik wieder attraktiv werden: Perfekte musikalische Leistung und Präsentation, hoher Wiedererkennungswert der zu singen Literatur usw. usw…..!

Einer meiner Chöre war beim Casting der ersten Staffel dabei. Von daher sind mir die Voraussetzungen, um zu einer solchen Sendung zugelassen zu werden, doch mehr als bekannt. Diese haben sich in der zweiten Staffel noch deutlich verschärft.

Sieht man die Kritiker dieser Sendung, so handelt es sich überwiegend um Sängerinnen und Sänger sowie Chorleiter, die diese Entwicklung offensichtlich verpaßt haben und nicht begreifen wollen, dass es heute unzählige Facetten der Chormusik gibt. Natürlich spielt auch  die eigene Angst vor einer sich anbahnenden Bedeutungslosigkeit eine Rolle. “Das EINE tun und das ANDERE nicht lassen” heißt die Parole. Man sollte diese bravorösen Leistungen, die dort gezeigt wurden, nicht einfach abtun, sondern sie erst einmal selber versuchen umzusetzen. Schnell wird man merken, dass dies gar nicht so einfach ist und allen Beteiligten sehr, sehr viel abfordert. So ist es doch einfacher zu reden und dabei gar nicht zu wissen, worüber man redet.

Diese Kritiker sind wie ein Eunuch im Harem:
Er sitzt dort sehend und auch wohl wissend, dass er dazu nie in der Lage sein wird.

Montag, 17. März 2008 

unter dieser Überschrift gab es ein NGZ-Gespräch mit den Redakteuren Helga Bittner und Christoph Kleinau der Neuss-Grevenbroicher-Zeitung zu dem Thema “Mein Chor im Jahre 2020″ am Samstag 15.03.2008

Ensemble “chant du choeur changeant” bei einem Event in Heinsberg-Karken

Um das Interwiew zu lesen klicken sie bitte diese Zeile an

Donnerstag, 21. Februar 2008 

Richtet man Auge und Ohr in unsere Chorlandschaft so macht sich für mich, der versucht immer und immer wieder die Chormusik weiter nach vorne zu bringen, Resignation breit. Um Nachwuchskonzepte nicht nur auf dem Papier zu entwickeln, habe ich versucht, diese in meinen Chören umzusetzen und zwar mit einem riesen Erfolg an den unterschiedlichsten Orten und mit den unterschiedlichsten Menschen. So war es möglich Konzepete vorzustellen, die sich bewährt haben und einen sowohl unmittelbaren als auch mittelbaren Erfolg aufzeigten. Ein gemischter Chor beispielsweise, der Anfang diesen Jahres noch 29 Mitglieder hatte, hat mittlerweile wieder 50 junge Sängerinnen und Sänger in der Probe. Neue Ensembles gründen sich mit einer großen Anzahl junger Menschen, Liedergärten werden ins Leben gerufen, die Presse interessiert sich wieder für die Arbeit der Chöre, weil NEUES sich mit großem Erfolg abzeichnet und somit einen Nachrichtenwert bekommt, über den es sich zu berichten lohnt.

Versucht man nun dieses nachgewiesene Erfolgskonzept an Chöre oder Verbände weiterzugeben in der Hoffnung, dass sich auch dort etwas bewegen könnte, erfährt man Ablehnung oder Gleichgültigkeit. Die Argumente, warum neue Wege und Innovation im eigenen Chor oder auf Verbandsebene nicht umsetzbar sind, sind in den letzten zwanzig Jahren gleich geblieben und erheben sich zum Status von “Schutzbehauptungen”, darüber hinaus wirken sie auf mich ermüdend. Die Verwaltung von Chören wird zur Hauptsache erhoben und die Kollegen Chorleiter vermitteln große Kunst, die offenbar in einer großen Öffentlichkeit wenig Anklang findet. Es wird aber nicht nachgelassen, über Pseudoursachen zu sinnieren und man ist dann wirklich nicht zimperlich in den Schuldzuweisungen, warum angeblich junge Menschen nicht mehr singen wollen, was nun wirklich nicht stimmt.

Spricht man in Deutschland von “Chorgesang” gibt es zwei Marken die unmittelbar damit in Verbindung gebracht werden: “Fischer-Chöre” und “Menskes-Chöre”. Sowohl Gotthilf Fischer als auch Johannes Menskes haben es über Jahre hinweg verstanden, Chormusik populär zu machen. Mit diesen beiden Namen ist die Marke Chormusik in den letzten Jahren entstanden. Die großen Insider aber, nämlich unsere Chöre und Chorleiter wissen es natürlich besser – nur das Ergebnis stimmt nicht: Wo ist denn deren Marke Chormusik in einer bundesweiten Öffentlichkeit? Der bildliche Vergleich sei mir gestattet, dass sie wie Zwerge an einem Zaun stehen, sich hochziehen und zusehen müssen, wie die Sängerinnen und Sänger dieser beiden Chorleiter-Persönlichkeiten die Anerkennung der bundesweiten Öffentlichkeit ernten. Wer ist denn in diesem Zusammenhang der “Deutsche Chorverband” in dem Funktionäre viel reden. Welches Image hat er im Verhältnis zu den vorher Genannten?

Wer hat sich denn bisher damit beschäftigt einmal unsere Chorlandschaft zu analysieren? Welcher Bedarf besteht bei wem? Wie muss unser Produkt (Chorgesang) aussehen, wenn ein Bedarf abgedeckt werden soll. Wie hoch ist der Wiedererkennungswert unserer Chormusik bei jungen Menschen, denn sie sollen ja in unsere Chöre kommen? Was und wen will ich mit meiner Chorarbeit erreichen?

Peggy Röder von der Firma Endemol Deutschland bringt es auf den Punkt: “Für mich ist Chormusik interessant, wenn sie mich berührt!” Was bedeutet eine solche Botschaft, wenn man ehrlich damit umgeht?

Diese Beitrag wird in Kürze fortgesetzt.

Freitag, 25. Januar 2008 

Hermannjosef Roosen bei einem Chor-Coaching im Sauerland

Über Jahre schon vernehmen wir Wehmut und Klagen vieler Chöre, dass junge Menschen tradierten Chorgemeinschaften fernblieben und nicht mehr singen wollen. Es sei, dieser Meinung weiter folgend, absehbar, wann unsere Chöre aussterben würden. Fragt man nach der Ursache, so folgen dann die unterschiedlichsten Schuldzuweisungen.

Andererseits aber formieren sich jährlich hunderte Kleinensembles in allen Chorgattungen (siehe beispielsweise ACC in Sendenhorst), zigtausend Jugendliche kämpfen um einen Platz bei Castingshows und nehmen größte Anstregungen auf sich, weil sie dort vorsingen wollen.

Wie sind diese beiden Thesen miteinander vereinbar? Warum gehen junge Menschen nicht mehr in gestandene Chöre, obwohl sie » weiter lesen